Europäischer Austausch im Schornsteinfegerhandwerk



Österreichische Delegation zu Gast in Niedersachsen
Der europäische Austausch im Schornsteinfegerhandwerk gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dies zeigte sich erneut am ersten Septemberwochenende, als eine Delegation aus Wien und Niederösterreich nach Niedersachsen reiste. Ziel des Besuchs war es, den Austauschlehrling Dominik Schicho in seinen Einsatzbetrieb zu begleiten und zugleich Einblicke in die Strukturen und Innovationen des Schornsteinfegerhandwerks in Niedersachsen zu gewinnen.
Zur Delegation gehörten Vertreter des österreichischen Handwerks:
• Michael Cesnek, stellvertretender Landesinnungsmeister Wien und Techniker der Bundesinnung
• Franz Sitner, Lehrer der Berufsschule Niederösterreich
• Gerald Müller, Direktor der Berufsschule Niederösterreich
• Markus Pirringer, stellvertretender Landesinnungsmeister und Lehrlingswart Niederösterreich
Fachlicher Auftakt im Innovationszentrum
Nach Empfang am Flughafen und einem gemeinsamen Frühstück startete das Fachprogramm im Bildungs- und Innovationszentrum des Schornsteinfegerhandwerks Niedersachsen/Bremen in Hannover.
Landesinnungsmeister Stephan Langer führte die Gäste zunächst durch das Zentrum und stellte anschließend den Landesinnungsverband Niedersachsen vor. Dabei ging es nicht nur um Strukturen und Aufgaben des Verbandes, sondern auch um die Rolle Niedersachsens als Motor im europäischen Austausch.
Im Anschluss berichtete Marius Miehe über die Gegenwart und Zukunft des Schornsteinfegerhandwerks. Zentrale Themen waren die großen Aufgaben im Bereich Lüftungstechnik, Wärmepumpen und Brandschutz. Deutlich wurde: Diese Themen machen nicht an Ländergrenzen halt. Sie erfordern europaweite Zusammenarbeit und einheitliche Ausbildungsstandards.
Gemeinsame Ziele in Ausbildung und Innovation
Im Verlauf der Gespräche kristallisierte sich eine klare Erkenntnis heraus: Österreich und Deutschland verfolgen dieselben Ziele – sowohl in der Berufsausbildung als auch bei der Weiterentwicklung des Handwerks. Europa wächst auch im Schornsteinfegerhandwerk enger zusammen.
Niedersachsen nimmt hierbei seit über 15 Jahren eine Vorreiterrolle ein: Erste Austauschprogramme begannen mit Polen, inzwischen pflegt der Landesinnungsverband enge Partnerschaften mit Österreich. „Wir profitieren enorm voneinander – fachlich wie menschlich – und sind stolz auf diese Zusammenarbeit“, so der Tenor der Gastgeber.
Kultur und Praxis hautnah
Zum Programm gehörte selbstverständlich auch, den Gästen ein Stück niedersächsische Kultur zu vermitteln. Ein Stadtrundgang durch Hannover rundete den Aufenthalt ab. Darüber hinaus durfte Austauschlehrling Dominik Schicho im Betrieb von Andreas Walburg mitarbeiten. Walburg, der seit 2019 als Mentorbetrieb Teil des Austauschprogramms ist, übernahm nicht nur die Gastfreundschaft für 2 Wochen, sondern bot auch wertvolle Einblicke in die praktische Arbeit vor Ort.
Fazit
Der Besuch der österreichischen Delegation unterstreicht, wie wichtig europäische Zusammenarbeit für das Schornsteinfegerhandwerk ist. Gemeinsame Ausbildungsziele, der Austausch von Know-how und die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen wie Wärmewende, Lüftungstechnik und Brandschutz können nur im europäischen Kontext erfolgreich gestaltet werden. Niedersachsen hat hierbei eine Vorbildfunktion übernommen – und wird diesen Weg weiter entschlossen gehen.

